Der Unterschied zwischen Zeit haben und keine Zeit haben,
heißt Interesse.
Über dieses Zitat bin ich kürzlich in den sozialen Medien gestolpert.
Zunächst fand ich die Aussage ziemlich irritierend. Zwischen Arbeit, Haushalt und sonstigen Erledigungen bleibt nun mal nicht viel. Ist ja nicht so, dass man da groß eine Wahl hätte. Oder?
An dieser Stelle eine kleine Geschichte. Unsere Familie ist mittlerweile recht international aufgestellt und so hat es sich ergeben, dass ein Teil nur französisch spricht. Ungünstig für mich.
Ich hatte das Fach zwar in der Schule, hatte in der Zwischenzeit aber beinahe alles vergessen. Und so endete in der Vergangenheit beinahe jede Unterhaltung in Gestammel meinerseits. Wenn ich überhaupt über ein „Ça va?“ hinausgekommen bin, was selten der Fall war.
Dieser Umstand hat mich eines Tages so genervt, dass ich beschloss, dies zu ändern. Moderner Technik sei dank, ist dies mittlerweile ja recht einfach möglich. Ich lud also eine App zum Sprachenlernen auf mein Handy und nahm mir vor, regelmäßig zu üben.
Nichts Wildes, hier und da mal fünf Minuten, wenn ich sowieso am Handy war. Nachdem ich das ein Jahr lang gemacht hatte, erhielt ich von der App einen automatisch erstellten Rückblick.
Was mir da präsentiert wurde, hat mich doch ziemlich erstaunt.
Insgesamt hatte ich im vergangenen Jahr über 27 Stunden Französisch geübt und dabei etwa 2.300 neue Wörter gelernt. Doch damit nicht genug. Ich merke, dass ich wieder einfache Sätze formulieren kann. Und wenn Du mich um 3 Uhr morgens aufwecken würdest, um mich nach dem französischen Wort für „Ente“ zu fragen, würde ich Dir ohne zu zögern entgegenschmettern: „Canard!“ (Enten scheinen eine sehr wichtige Sache zu sein – zumindest werde ich in meiner App mindestens einmal in der Woche danach gefragt!)
So verwundert es auch nicht, dass der Autor eines Buches über Zeitmanagement, welches ich gerade lese, dafür plädiert, jeden Tag ein paar Minuten in Dinge zu investieren, die uns am Herzen liegen. Über Monate oder vielleicht sogar Jahre betrachtet, kommt doch Einiges zusammen.
Letzten Endes ist dies vielleicht sogar ein Weg, hin zu mehr Selbstverwirklichung und persönlichem Glück.

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